Der Winter geht, der Heuschnupfen und Asthma bronchiale kommen…
Pollenallergie, Gefahren und Behandlung
12.01.2011
Niesen, Schniefen, tränende Augen: In diesen Tagen leiden sie wieder – Menschen mit Heuschnupfen. Dabei klingt Heuschnupfen wie ein banales Krankheitsbild: ein Schnupfen ist nichts Schlimmes… so wertet es auch die Gesundheitspolitik: Wie eine Erkältung gilt es als „Befindlichkeitsstörung“, die Behandlung muss man selbst bezahlen. Dabei ist klar, dass nicht nur die Betroffenen leiden. Auch volkswirtschaftlich entsteht durch Arbeitsausfälle und Folgeerkrankungen ein großer Schaden.
Medizinisch handelt es sich beim Heuschnupfen um eine Allergie, eine Überempfindlichkeit gegenüber eigentlich harmlosen Pflanzenpollen, die zur Reizung der Schleimhäute von Nase und Augen führt. Dies tritt je nach auslösender Pflanze zu typischen Zeiten auf (Erle z.B. ab Januar, Birke im Mai, Gräser im Sommer). Die großen medizinischen Untersuchungen zur Pollenallergie zeigen eindeutig, dass solche Beschwerden immer mehr verbreitet sind. Ebenso nimmt der sogenannte Etagenwechsel zu, also das Übergreifen von der Nase zur Lunge, zum Asthma bronchiale. Oft zeigt sich dies zunächst nur mit einem Reizhusten während des Pollenfluges. Schon dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, nicht erst bei Luftnot.
Die Behandlung des allergischen Schnupfens erfolgt meist mit frei in der Apotheke erhältlichen Allergietabletten oder Nasensprays (sog. „Antihistaminika“). Auch niedrig dosierte, also so gut wie nebenwirkungsfreie Kortisonpräparate werden als Spray verwendet. Dies Medikament lindern recht gut, heilen können sie aber nicht.
In der ursächlichen Behandlung der Erkrankung bietet sich die sogenannte Hyposensibilisierung oder „Allergieimpfung“ an, die das Auftreten des Asthma bronchiale bei Kindern mit Heuschnupfen deutlich reduziert. In einem 10-Jahres Zeitraum nach einer Hyposensibilisierung entwickelten nur 25% der Kinder ein allergisches Asthma, während es in der nicht-behandelten Kontrollgruppe immerhin 45% waren. Also ist diese Behandlungsform eine ursächliche und vor allem vorbeugende Therapie. Nachteil dieser Behandlungsform ist, dass das jeweilige Allergen meist in regelmäßigen Abständen meist unter die Haut gespritzt werden muss. Inzwischen scheinen auch Tabletten oder Tropfen erfolgversprechend. Dies muss aber individuell mit einem Allergologen abgestimmt werden.
Zusammengefasst sollte ein Heuschnupfen also ernst genommen und behandelt werden. Je länger Beschwerden auftreten, desto eher entwickelt sich ein Asthma bronchiale, so dass vorbeugende und heilende Maßnahmen wie die Hyposensibilisierung oder modernere Verfahren schon früh ins Auge gefasst werden sollten.
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